Scherbenhaufen

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Eigentlich wollt ich ja nichts schreiben. Zuviel wurde schon gesagt, gedruckt, gebloggt. Jede Winzigkeit wurde analysiert, kommentiert und diskutiert. Jeder Satzfetzen wurde in seine Einzelteile zerlegt und auf der mit der Lupe auf der Goldwaage bewertet. Letztendlich war alles nur reine Spekulation. Kaffeesatzleserei. Schall und Rauch. Jeder zimmerte sich sein Bild nach eigenem Gusto zusammen. Es gab kaum konkrete Fakten. Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt wiedewipp.

Doch jetzt, nach all den Monaten der Spekulation und des Rätselratens lichtet sich der Nebel nun endlich. Und was da sichtbar wird sind nicht all die leichtfertig liegen gelassenen Punkte, auch nicht der verloren gegangene Torriecher von Matsumoto. Und schon gar nicht die Fitness von O’Connor. Sondern – ein respektabler Scherbenhaufen.

Dabei hatte doch alles so gut angefangen, damals im Frühling 2014. Die Premierensaison war einigermaßen glatt über die Bühne gegangen,  es gab endlich eine schlagkräftige Organisation auf der neu bezogenen Geschäftsstelle, Manager und Trainer schienen einen guten Job zu machen bei der Zusammenstellung des neuen Teams, obwohl sie bekanntermaßen schon damals keine dicken Freunde waren. Einige Neuzugänge twitterten sogar ein zärtliches „Reunited“, als wären sie zwei Verliebte und keine abgezockten Profisportler. Alle waren heiß auf die kommende Saison und freuten sich auf das was kommen würde. Pustekuchen. Bullshit. All das Gerede von harmonischer und zukunftsorientierter Zusammenarbeit war nicht das Papier wert, auf dem es gedruckt wurde. Denn soviel ist klar. Der Scherbenhaufen ist nicht über Nacht entstanden, sondern wurde schon während der letzten Saison angehäuft.

Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken. Langsam kann man sich zusammenreimen, woher all die Unruhe rund um das Team kam. Hier wurde vielleicht am selben Strick gezogen, aber meist in verschiedene Richtungen. Denverclan reloaded.

Hätte-wenn-und-aber. Hinterher ist man immer schlauer. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, die jetzt hastig und zur Unzeit vollzogenen Schritte bereits im April in aller Ruhe zu gehen. Doch es scheint keinen Plan B gegeben zu haben, weder im Frühjahr noch im Oktober. Ich hatte eigentlich erwartet, dass gleichzeitig mit der Demission von Stefan Mair ein neuer Trainer bekannt gegeben würde. War ich mir doch sicher, dass die Geschäftsführung und das sportliche Management der Wild Wings im Hintergrund bereits alle notwendige Schritte geplant und veranlasst hatte. Doch erst nachdem Mair nicht mehr da war schien man sich überhaupt Gedanken zu machen, wie es denn nun weitergehen soll. Ich sitze derweil da und wundere mich. Wahrscheinlich bin ich einfach zu naiv.

Trotzallem. Bei allen Spielen, egal ob unter Mair oder Chambers, fällt das eklatante Fitnessproblem einiger Spieler auf. Wenn ich sehe wie Greentree, O’Connor oder auch Matsumoto ab Minute 35 übers Eis schleichen, dann packt mich die kalte Wut. Hört verdammt nochmal auf nach Ausreden zu suchen und macht euren Job! Und was hat dieser ominöse Fitnesscoach eigentlich gemacht? Die Qualität der Spieler ist wie sie ist, da kann der beste Trainer der Welt  maximal einige Prozentpünktchen rauskitzeln. „Aus einem Ackergaul kannst du nix mache Rennpferd“ hat einmal ein weiser jugoslawischer Übungsleiter gesagt. Aber von einem Profiteam erwarte ich ganz einfach körperliche Fitness. Und dafür ist jeder Spieler selbst verantwortlich! Scheißegal ob Trainer und Manager sich zoffen.

Ausblick. Machen wir’s kurz. Die Saison ist gelaufen.  25 Punkte stehen nach 24 Spiele auf dem Konto. Das entspricht 1,04 Punkte pro Spiel. Gehen wir von den 75 Punkten aus, die in den letzen Jahren zum Erreichen der Pre-Playoffs nötig waren, so bräuchte das Team in den Verbleibenden 28 Spielen einen Schnitt von 1,78 Punkte pro Spiel… (_____________ hier Raum für schallendes Gelächter).

Sollte die Jungs nicht eine Serie von Iserlohn’schem Ausmaß (vgl. Januar 2014) hinlegen, so ist dieses Ziel nicht mehr zu erreichen – was in meinen Augen übrigens alles andere als schlimm ist. Wie ich schon zu Saisonbeginn geschrieben hatte, bedarf es eine nahezu perfekten Saison um die  Playoffs zu erreichen. Und davon sind wir meilenweit entfernt. Aber leider ist die Erwartungshaltung im Publikum eine andere.

Was bleibt. Die Strategie, die Vision, über drei, vier Jahre sukzessive ein konkurrenzfähiges Team aufzubauen, ist erstmal grandios gescheitert. Jetzt heißt es: zurück auf Los. Es wird (wiedereinmal, wie schon so oft) einen großen Umbruch im Team geben. Soviel ich weiß haben Pätzold, Goc und Wilhelm Zweijahresverträge unterschrieben und sind damit gesetzt. Aber sonst? Ausser Danner, Hacker, Schlager, Granath und Janka sehe ich wenige Spieler, die ich vermissen würde.

Ihr vermisst die Schlusspointe? Den Wink mit dem Zaunpfahl? Ich auch. Es gibt keine. Mir ist nicht danach. Habe fertig. Gute Nacht.


Programmieren statt Religion

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„Heute beginnt die Zukunft“ verkündet der Lehrer voller Ehrfurcht, „ab heute rechnen wir mit Computern. Also, Paul, was gibt ein Computer plus zwei Computer?“

_________________________ (hier Platz für schallendes Gelächter)

Themawechsel. Autofahren ist ein schwieriges Unterfangen. Man muss sich nicht nur mit der Technik des Schaltens, Kuppelns, Gasgebens auskennen, man muss sich ebenso in einem komplexen System zurechtfinden, in dem man es mit unzähligen Verkehrsregeln, Glatteis, Rasern, Sonntagsfahrern und plötzlich aus dem Unterholz springenden Hirschen zu tun hat. Könnte jeder „einfach so“ in ein Auto steigen und losfahren, auf den Straßen würde wohl ein heilloses Durcheinander herrschen. Wir haben das als Gesellschaft erkannt und lassen deshalb Menschen erst Autofahren, wenn sie ein gewisses Alter erreicht haben und eine gründliche Ausbildung genossen haben.

In einem anderen Verkehrssystem (der „Datenautobahn“, um einen fast mittelalterlich anmutenden Begriff zu verwenden) hat sich diese Erkenntnis (noch) nicht durchgesetzt. Dank Smartphone und Flatrate darf hier jeder Einäugige drauflos rasen, obwohl es sich auch hier um ein komplexes System handelt, dass erst erlernt werden muss. Nicht nur unzählige Begriffe wie Browser (kein neuer Duschkopf), WiFi (keine Minisalami) oder In-App-Purchase wollen verstanden werden, nein, auch Nepper, Schlepper, Bauernfänger lauern an allen Ecken. Zum Fürchten! Wir werden alle sterben! Kein Wunder also, das dieses Internet die German Angst befeuert.

Um sich sicher im digitalen Großstadt-Dschungel bewegen zu können braucht es Wissen, Orientierung und Kompetenz. Dinge also, die zu den ureigensten Aufgaben schulischer Bildung gehören. Zu wissen, dass es keine gute Idee ist, am Strand der Dominikanischen Republik über das mobile Netz Youtube-Videos anzuschauen (Roaminggebühren) ist bestimmt nicht unwichtiger als Scheibenwischer und Blinker bedienen zu können. Wer Emails mit dem Absender „Ihre Anwaltskanzlei“ und dem Betreff „Letzte Mahnung“ öffnet, der fährt auf den Straßenverkehr übertragen wohl auch über rote Ampeln. Wie funktioniert ein WLAN-Router? Warum sollte ich besser nicht alle meine Verzeichnisse und Dateien freigeben? Und ist mir eigentlich bei Suchmaschinen der Unterschied zwischen organischer Suche und bezahlten Anzeigen klar?

Überhaupt diese komischen Suchmaschinen, allen voran Google: sie sind toll, sie sind so einfach zu bedienen, sie wissen alles. Aber sie gaukeln uns Objektivität nur vor und nehmen uns stattdessen in einer Filterbubble gefangen. Was Google nicht kennt existiert nicht. Das Wissen, dass Information nicht länger per se wertfrei sondern mit kommerziellen Interessen versehen ist, ist für jeden User essenziell.

Nicht „Glauben“ an die Allmacht von Google ist gefragt, sondern kritisches Einordnen der Resultate. Ist mir eigentlich bewusst, dass jeder Nutzer andere Suchergebnisse sieht, basierend auf seinen Vorlieben, Handlungen und Standorten? Hier kann, hier muss die schulische Ausbildung ohne wenn und aber tätig werden. Medienkompetenz ist keine hohle Phrase sondern eine Schlüsselqualifikation in allen Bereichen des (digitalen) Lebens.

Die Weltsprachen des 21. Jahrhunderts sind nicht mehr Latein oder Griechisch. Auch nicht Englisch. Sondern HTML, CSS und JavaScript. Wir können es uns also gar nicht leisten, unseren Kinder diese Dinge vorzuenthalten. Nicht nur zum deren Wohl sondern damit Deutschland nicht komplett abgehängt wird. Die „Trending Topics“ des 20. Jahrhunderts waren das Automobil, TV und Telefon. Hier war Deutschland führend. Daimler und Siemens waren auch mal Startups. Wie sieht es heute aus?

An Informatik oder Programmieren als Pflichtfach für alle Schüler führt also kein Weg vorbei. Stichwort Digital Divide. Programmieren schafft Verständnis, schafft Wissen, schafft Kompetenz. Und diese Kompetenz ist Macht. Macht über Maschinen, die wiederum Macht über Menschen ausüben. Das ist kein luftleeres Geschwurbel sondern führt uns abseits der eigentlichen Technik automatisch zu ganz konkreten ethisch-moralischen Themen: was darf ein Algorithmus? Wie gehe ich mit den gewonnenen Daten um? Wie transparent müssen Algorithmen sein? Fragt nach bei Google, fragt nach bei Facebook. Wäre es nicht sinnvoll über diese Fragen nachzudenken anstatt unseren Kindern von der ersten bis mindestens zur neunten Klasse zwei Stunden pro Woche uralte bronzezeitliche Märchen, die vor Gewalt und Sexismus nur so triefen, zu erzählen? Ist es wirklich zielführend, Schüler zu bestärken, dass bestimmte Dinge „einfach so sind“ wie sie sind? Ich will der Religion und dem Glauben gar nicht die Daseinsberechtigung absprechen (obwohl, eigentlich doch), mir ist es herzlich egal wer was „glaubt“. Ich stelle nur die Frage, ob es die richtige Richtung ist, in die wir gehen, wenn wir „Glauben“ fest im Stundenplan verankern und Informatik auf dem Niveau einer AG, also eines Privatvergnügens, eines Hobbys behandeln.

Eigentlich müssen wir viel weiter gehen. Wissen ist eine Währung. Allerdings eine mit hoher Inflationsrate. Eine Anhäufung von blankem Faktenwissen wird daher in naher Zukunft wertlos sein. Programmieren ist viel mehr als ein isoliertes Schulfach. Es müsste integraler Bestandteil jedes Faches sein. Es ist ein Werkzeug, das uns hilft Probleme zu lösen und Dinge zu verstehen. Schraubenzieher-Drehen und Nagel-Einschlagen sind ja auch keine Schulfächer. Wieso nicht die endlosen Wochen der Lektüre und Interpretation von „Kabale und Liebe“ als Blog festhalten? Warum nicht die Molekülstrukturen von Proteinen im Chemie-Unterricht per CSS-Animation visualisieren?

Die Zukunft geschieht. So oder so. Das Internet ist da und geht nicht mehr weg. Wir müssen uns entscheiden: wollen wir unsere Kinder zu ängstlichen, in Abofallen-tappende Bedenkenträger erziehen oder wollen wir ihnen das Rüstzeugs mitgeben, diese Zukunft selbst zu formen?

“Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie selbst zu gestalten.” (Willy Brandt)


Berlin im November

 

 

 

kein Schneesturm, keine sibirischen Temperaturen, dafür überall pünktliche Verkehrsmittel. Von leckeren Cocktails will ich erst gar nicht reden. Berlintourist, was willst du mehr.

 

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„Laaangweilig – Frauchen shoppt schon seit Stunden“

 

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echte Berliner Handwerkskunst

 

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Viertelfazit

Vierzehn Spiele sind bereits absolviert, das erste Viertel ist also durch. Höchste Zeit also den Klugscheisser feingeistigen Analysten zu geben und das Geschehene genauer unter die Lupe zu nehmen.

Bis letzten Freitag war alles genau im Plan: 12 Spiele, 17 Punkte. Macht 1,42 Punkte pro Spiel. Perfekt. Zur Erinnerung: in den letzten Jahren waren zum Erreichen von Platz 10 (und damit der Pre-Playoffs)  immer 72-77 Punkte notwendig. Dies entspricht 1,4 bis 1,5 Punkte pro Spiel.
Leider folgte zuletzt ein Null-Punkte-Wochenende, sodass die Wild Wings aktuell bei 1,2 Punkten pro Spiel stehen. Durch zwei Siege heute gegen München und am Freitag gegen Wolfsburg (____________ hier Raum für schallendes Gelächter) würde der Wert wieder auf 1,43 Punkte/Spiel steigen. Alles im Rahmen also.

Unbestrittener Höhepunkt des ersten Saisonviertels war sicher der Sieg gegen die Jäger Adler aus Kurpfalz. Schmerzhaft dagegen waren die drei Niederlagen gegen Hamburg, Iserlohn und Düsseldorf. Gegen HH und die Roosters war man lange an einem Punktgewinn dran, um dann beide Spiel durch einen individuellen Fehler kurz vor Schluss zu versemmeln. Gegen die DEG erwischte man einen schwarze Tag. Hier wurden wichtige Punkte liegen gelassen.

Eines hat sich ganz klar gezeigt: Strafzeiten und Verletzungen sind Gift für dieses Team. Wenn man diszipliniert agierte und in voller Stärke mit vier Reihen durchspielen konnte, lief es eigentlich immer gut.

Leider steht ausgerechnet jetzt ein Dienstagsspiel gegen den Etatkrösus aus München an. Ramsay und Schlager fehlen weiterhin, Stephan Wilhelm braucht nach seiner OP noch einige Zeit bis er wieder der Alte ist. Es tritt also das gleiche Team wie am Sonntag an. Gegen die Haie funktionierte es zwei Drittel lang ganz ordentlich, im letzen Abschnitt schwanden die Kräfte dann zusehens und am Ende stand man mit leeren Händen da. Heute wird es nicht einfacher. Vermutlich kommt die D-Cup-Pause eine Woche zu spät.

Da ist es gut, dass die Kavallerie im Anmarsch ist. Nick Palmieri steigt heute ins Flugzeug und wird ab morgen die Wings verstärken. Rein von der Papierform ist das für Schwenninger Verhältnisse ein Monstertransfer. 25 Punkte in 87 NHL Spielen schafft man nicht wenn man immer nur glücklich angeschossen wird. Ausserdem kennt er Land und Liga. Letztes Jahr erzielte er für München 32 Punkte. Genausoviel wie Nick Petersen, dem er in Statur und Spiel nicht unähnlich ist. Er sollte also nicht nur in der Lage sein, die Lücke, die Ryan Ramsays Verletzung riss, adäquat zu schliessen, sondern eine echte Verstärkung sein.

Hoffen wir nur, dass der Transfer nicht nach hinten losgeht. Dass Palmieri nicht wegen der guten Luft in den Schwarzwald kommt, dürfte klar sein. Die Gesellschafter dürften dafür ordentlich in die Schatulle gegriffen haben. Eventuell kommt hier aber auch etwas zum Tragen, was ich hier schon vor einigen Wochen beschrieben hatte. Wishart weg > Geld gespart > Caldwell kommt > Nürnberg übernimmt einen (Groß-)teil des Gehalts > Unterm Strich bleibt was übrig.

Doch: Sollte der 100kg Brocken nicht wie erwartet einschlagen und der Kontakt zu Platz 10 Ende November  abgerissen sein, hat man wohl ein Problem. Aber davon gehe ich  jetzt einfach mal nicht aus.

Apropos Caldwell. Hatte ich vor Saisonbeginn noch geschrieben, der Junge sei mir bei seinen Gastspielen nie aufgefallen, so muss das wohl an mir gelegen haben. Einen Spieler, der derart filigran mit dem Puck umgehen kann, gab es seit Dan Laperriere nicht mehr in Schwenningen. Das dieser Typ Spieler wohl generell mit einem Hang zur Schludrigkeit bzw Arroganz ausgestattet ist – sei’s drum. Ich könnt ihm stundenlang zusehen. Ebenso wie Jon Matsumoto. Auch er kann Dinge, bei denen sich etliche Spieler des letzten Zweitligateams beide Beine gebrochen hätten. Ich bin mir sicher, Matsumoto wird noch richtig richtig aufdrehen. Gebt ihm noch ein bisschen Zeit, um sich an Europa zu gewöhnen. Manchmal hab ich bei ihm das Gefühl, die Eisfläche ist ihm zu groß und er hat zuviel Platz. Seid stärksten Szenen hat er nämlich immer dann, wenn er in der Ecke oder vor dem Tor von zwei, drei Mann bedrängt wird.

Was bleibt also: wenn der nicht unwahrscheinliche Fall eintritt, dass die nächsten drei Begegnungen verloren werden, so stehen wir am Sonntag mit 17 Punkten aus 17 Spielen da – dann müsste es nach der Pause schon eine respektable Serie geben, damit man wieder um Platz 10 mitspielt.


Derbynachlese

Das erste Derby der Saison zwischen den Schwenninger Wild Wings und den Adlern aus Mannheim ist Vergangenheit, die Gemüter haben sich beruhigt, der Puls ist wieder auf Normalmaß gesunken. Doch in den Sozialen Medien sind die Spuren der „Battle of Baden-Württemberg“ noch äußerst präsent:

Die geschätzten Kollegen des lokalen und überregionalen Qualitätsjournalismus ließen sich nicht lumpen und spendierten ordentlich Superlativen:

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Aber viel interessanter ist natürlich, was Otto-Normal-Fan zu sagen hat.

Viele Anhänger der Adler störte weniger die Niederlage an sich, sondern der Gegner, der sie ihnen beigebracht hatte

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Während einige maximal mittelmäßiges Nivö Niveau an den Tag legten…

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… bewiesen andere subtilen Humor …

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… und einige sogar wahren Sportsgeist

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Jedenfalls waren sich alle einig, dass dieses Spiel beste Werbung für den Eishockeysport war

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Im Lager der Schwenniger war die Stimmung naturgemäß besser als in der Kurpfalz:

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oder einfach

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wobei auch nicht alle Wild Wings Fans die Würde des Siegers aus dem FF beherrschen:

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Die Wild Wings selbst formulierten eher zurückhaltend

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Nur Torhüterlegende Matthias Hoppe fand ein Haar in der Suppe:

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Das ist ja einfach. Na wenn die Jungs das nur früher gewusst hätten.

 

Die perfekte Zusammenfassung kommt aber aus Skandinavien:

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Ich versteh zwar kein Finnisch, aber „Schwenninger Wild Wings murskaa sarjakärki Adler Mannheim“ klingt einfach geil.

 

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Ein Blick zurück: Spieltag 1 und 2

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Für die Ungeduldigen unter uns lautet die Zusammenfassung so:
2 Spiele. 1 Tor geschossen. 10 gefangen. 0 Punkte. Keine weiteren Fragen Eurer Ehren.

Alle anderen dürfen ruhig weiterlesen:

Gegen Nürnberg hat man ganz gut mitgehalten. Wenn das 5:3 Überzahl am Ende zum Ausgleich geführt hätte, wären alle rundum zufrieden – und der Trainer hätte alles richtig gemacht. Hätte er?

München. Naja, Schwamm drüber. Das die Koffeindosen nicht ganz unsere Kragenweite sind, dürfte allgemein bekannt sein. Und ob 2:0 oder 7:0 ist letztendlich auch egal, oder? Oder sollte eine Klatsche im ersten Auswärtsspiel vielleicht doch nicht kleingeredet werden?

Positive Aspekte gab’s sicher auch, aber in guter deutscher Tradition konzentrieren wir und hier auf die negativen Aspekte.

Was mich wirklich gestört hat:

Neben dem Hybrid-Icing scheint auch das Hybrid-Bully Einzug in das Regelwerk gehalten zu haben. Zwar wird schon seit Jahren das Einwerfen des Spielgeräts vom ein oder anderen Linesman zur Selbstdarstellung genutzt wird  zelebriert wird wie eine japanische Tee-Zeremonie. Aber im Spiel gegen Nürnberg (und davor auch schon in der Vorbereitung) gab es praktisch kein Bully, bei dem keiner der beiden Spieler weggeschickt wurde. Jaja, ich weiss, dass die Regel ergänzt verschlimmbessert wurde und dass der verteidigende Spieler den Schläger zuerst auf dem Eis haben muss. Das kann man so machen. Ist dann aber halt schei**e.

Denn  was sich hier dutzendfach in jeden Spiel zuträgt ist einfach ein Trauerspiel. Es wird gewartet, korrigiert, lamentiert. Es wird ein Spieler weggeschickt, danach wieder lamentiert, gewartet, korrigiert und wasweissichnichtalles. Es macht jedenfalls keinen Spass. Vielleicht bin ich naiv, aber meiner Meinung nach sollte beim Bully die Scheibe einfach eingeworfen werden. Und zwar schnell. Ist doch klar, dass mit jeder Sekunde des Wartens die Anspannung und die Unruhe der Spieler (und der Zuschauer) größer werden.

Zum anderen wähnte ich mich beim ersten Heimspiel in einer RTL-Boxübertragung. Axel Schulz und Fackelmann Grillzangen. Voll geil. Kaum war das sportliche Geschehen auch nur für Zehntelsekunden unterbrochen, schon wurden die Zuschauer mit Werbebotschaften zugeschüttet beglückt. Und zwar mit gefühlten 130 Dezibel.

Bei einem derartigen Sponsoren-Andrang kann man den Verantwortlichen nur gratulieren. Auch wenn der Etat doch eigentlich doppelt so hoch sein müsste. Aber das am Freitag war eindeutig des Guten zu viel. Unzählige Zuschauer hielten sich in den Unterbrechungen genervt die Ohren zu und schüttelten ungläubig mit den Köpfen.

Natürlich haben die Wild Wings keinen Goldesel im Zamboniraum stehen und natürlich ist jede verdiente Sponsorenmark eine gute Mark (habe ich eben wirklich Mark geschrieben?!?)

Ich bin mir aber nicht sicher ob die kurzfristig generierten Erlöse die mittel- und langfristigen Konsequenzen aufwiegen. Viele Zuschauer kommen nicht nur wegen dem Sport in die Heliosarena, sondern auch wegen der Atmosphäre, der Stimmung, dem „Erlebnis Eishockey„. Doch wenn auf das Publikum in jeder Unterbrechung Werbebotschaften niederprasseln wie einst Stalinorgeln auf die Reichskanzlei dann muß man schon ein wenig aufpassen.

Jeder Spot würgt ersteinmal die Stimmung ab. Punkt. Und wenn’s dann mal nicht so läuft (nur mal hypothetisch angenommen) dann ist die Heliosarena ganz schnell auf dem Weg zum Tennispublikum. Quiet please!

Die emotionale Bindung der Zuschauer an den Ort, das Team, das Spiel als solches ist das höchste Gut überhaupt. Damit sollte man nicht hausieren gehen. Denn nur eine euphorische, proppenvolle Arena macht Sponsoring langfristig überhaupt attraktiv.

Hoffen wir mal, dass es nicht so weit kommt. Wie seht ihr das?


Saisonvorschau

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Eigentlich lief die Vorbereitung doch optimal. Jedenfalls wenn es darum ging, die himmhochjauchzende Euphorie des Sommers ungespitzt in den Boden zu rammen.

Was wurde nicht alles gejubelt und geflauscht, in diesem unendlich scheinenden Sommer. Ein Neuzugang besser als der Vorige; es lief fast zu glatt. Und am Ende stand da ein veritables Team auf dem Papier. Die Vorfreude kannte keine Grenzen. Naja jedenfalls bis zum ersten Vorbereitungsspiel.

Mitten in das Wir-warten-aufs-Christkind-Kribbeln vor dem ersten Auftritt der Wild Wings 2014 platzte eine ordentliche Bombe: Ty Wishart löst auf eigenen Wunsch und aus privaten Gründen seinen Vertrag mit sofortiger Wirkung auf. Der einzige Verteidiger mit Talent, Konstanz und Potenzial sagt mir nichts, dir nichts „Sayonara“ und entschwebt gen Nordamerika. Rums. Der hat gesessen. 

Über das was in den nächsten Wochen folgte, hüllen wir besser den Mantel des Schweigens. Der geneigte Leser dürfte höchstwahrscheinlich im Bilde sein. 

Nun startet morgen also die zweite DEL-Saison der „neuen“ Wild Wings. Und die Rahmenbedingungen könnten kaum trostloser sein. Ein verunsichertes Team, ein Trainer, an dessen Stuhl schon vor dem ersten Spiel gehörig gesägt wird, massenweise Gerüchte und zu allem Überfluss kommt zum Rundenauftakt auch noch ein bockstarker Gegner. Das sind fast Schalker Verhältnisse.

Selbst wenn man nicht spekulieren möchte, man kommt schier nicht drum herum. Sie machen es den Kritikern momentan auch zu einfach.

Nehmen wir zum Beispiel die ganzen Verletzten – wo kommen die denn her? Haben die Spieler beim Sommertraining geschlampt? Oder war das Training der letzten Wochen falsch dosiert?

Wie sieht es mit dem viel beschworenen Charakter der Mannschaft aus? 
„Individuell sind wir sicherlich stärker besetzt“, so ein Spieler im Interview, „wir müssen aber beweisen, dass wir auch als Mannschaft funktionieren“
Man muss nicht großartig zwischen den Zeilen lesen, um bei dieser Aussage (so sie denn wirklich so gemacht wurde) Bauchschmerzen zu bekommen. 

Aber halten wir uns an die Fakten. Und da ich weiß, dass einige von euch nicht so schnell lesen können, habe ich diese Zeilen extra langsam geschrieben:

* Um Platz 10 zu erreichen, waren in den letzten Jahren immer 70 bis 75 Punkte nötig. Bei 52 Spielen heißt das etwa 1,5 Punkte pro Spiel. Das wiederum bedeutet, dass jedes Wochenende ein Sieg her muss. Schluck.

* Um bei 14 Teams Platz 10 zu belegen, muss man logischerweise 4 Mannschaften hinter sich lassen. Wer könnte das sein? Augsburg und Straubing haben in der Vorbereitung bewiesen, dass sie keineswegs Kanonenfutter sind. Düsseldorf hat einen höheren Etat als die Wild Wings. Iserlohn? Ein Team, mit dem keiner rechnet? Schluckschluck.

Leider ist bei einem Großteil der Zuschauer die Erwartungshaltung derart hoch, dass ein Nicht-Erreichen der Pre-Playoffs als völliges und desaströses Scheitern gesehen wird. Das macht die Sache nicht einfacher. Denn machen wir uns nichts vor: ein Teil der Unruhe wurde auch von außen in das Team getragen.

Realistischerweise muss man deshalb sagen: Platz 10 ist machbar, aber nur im alleroptimalsten Fall. Und da man „optimal“ eigentlich nicht steigern kann, brauch es schon mehr als eine „ordentliche“ Saison dafür.

Was in meinen Augen auch gar nicht schlimm ist: die Wild Wings sind nunmal kein Spitzenteam in der DEL. Das sollten auch diejenigen Zuschauer begreifen, die in Liga zwei sozialisiert wurden. Jedes einzelne Pünktchen muss hart erarbeitet werden. Und die Konkurrenz ist finanziell nunmal größtenteils besser aufgestellt. Punkt. Und Tradition allein schießt keine Tore.

Auch wenn das zweite Jahr ist immer das Schwerste ist: freuen wir uns, dass wir Spiele gegen Berlin, Köln und Hamburg sehen können, anstatt uns mit Bad Tölz oder Crimmitschau rumquälen zu müssen. Allen kann man’s sowieso nie recht machen und gemotzt wird sowieso immer. Ich freu mich jedenfalls.


„Die Stimmung war einfach der Hammer“

Simon Danner wechselte im Sommer von Wolfsburg nach Schwenningen. Was ihn nicht davon abhielt, ein Blitzinterview  per E-Mail mit uns zu führen.

Simon, willkommen in Schwenningen. Wie hast du den Sommer verbracht?

Vielen Dank. Der Sommer ist immer mit viel Training verbunden, aber auch mit Urlaub. Ich war mit meiner Familie für vier Tage in Barcelona und zwei Wochen auf Korsika.

Ihr trainiert jetzt knapp drei Wochen zusammen auf dem Eis. Wie sind deine ersten Eindrücke?

Sehr positiv! Die Jungs sind alle gut drauf und jeder zieht mit.

Du bist gebürtiger Freiburger. Was musstest du dir anhören, als dein Wechsel nach Schwenningen bekannt wurde?

🙂 viele haben sich echt gefreut, da die Entfernung zu Freiburg so gering ist. Es gab aber auch einige die etwas schmunzeln mussten 🙂

 




 

Hast du noch Kontakte nach Freiburg? Hat die geographische Nähe eine Rolle bei deinem Wechsel gespielt?

Ja! Wir wohnen den Sommer über in Freiburg, und der Kontakt zu den Jungs dort ist nie abgerissen. Das mit der Nähe ist natürlich ein super Nebeneffekt, war aber kein Hauptgrund für meinen Wechsel zu den Wild Wings.

Du hast schon mit verschiedenen Teams in Schwenningen gespielt. Ist dir etwas Spezielles in Erinnerung geblieben.

Die Derbys mit Freiburg waren immer sehr besonders, und haben super viel Spaß gemacht. Aber zur Zeit habe ich immer noch die 8:1 Klatsche mit Wolfsburg im Kopf. Die Stimmung dort war einfach der HAMMER

In der Saison 2012-13 hast du nur vier Spiele bestritten. Was war passiert?

Ich habe eine Gehirnerschütterung erlitten und konnte fast vier Monate nicht trainieren. Als es besser wurde war die Saison fast vorbei und ich konnte den Rückstand nicht mehr aufholen.

Was hast du dir für die kommende Saison vorgenommen?

Ich möchte mit meiner Spielweise der Mannschaft helfen, und den Sprung in die Play-Offs schaffen.

Wie wirken sich die Regeländerungen (kleinere neutrale Zone, Hybrid-Icing) auf dein Spiel aus?

Ich denke gut. Das Spiel wird schneller und es ist viel mehr Platz in der offensiven Zone

Was vermisst du bisher in Schwenningen?

Bbis jetzt noch nichts. Seit ich hier bin habe ich nicht so viel Zeit was anderes zu machen außer zu trainieren 🙂

Was machst du außerhalb des Eises?

Ich verbringe sehr viel Zeit mit meiner Familie und meinem Hund Riley. Und manchmal spiele ich etwas PlayStation 3

 

zum Schluss einige Schnellschüsse

Dein(e) Lieblings…

… Band?
30 seconds to Mars

… Buch?
Kalte Asche von Simon Beckett

… Ferienziel?
Korsika

… Sportler?
z.Z. Manuel Neuer

 

 

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„Ich hatte Gänsehaut“ – Interview mit Dan Hacker


Anmerkungen zu Ryan Caldwell

Rums, das ging schnell. Gerade einmal knapp eine Woche nach der Nacht-und-Nebel-Vertragsauflösung von Ty Wishart melden die Wild Wings Vollzug: Ryan Caldwell kommt aus Nürnberg, wo er seinen Vertrag (sicherlich in „beiderseitigem Einvernehmen“ ^^) ebenfalls in diesen Tagen aufgelöst hatte.

Eishockey-Schwenningen ist ob dieser Verpflichtung sichtlich hin- und hergerissen. Im Kern geht es nicht um dessen Fähigkeiten als Sportler an sich, sondern um die Frage, ob Caldwell charakterlich ins Team passt und ob seine Arbeitsmoral intakt ist. Der Schwarze Schwan hat das in seinem Artikel ganz gut auf den Punkt gebracht und ich kann das größtenteils so unterschreiben.

Ein paar ergänzende Gedanken möchte ich aber festhalten:

Mir ist Caldwell in keinem der Nürnberger Gastspiele aufgefallen. Weder positiv noch negativ. Eigentlich sollte ein an Nr 1 / Nr 2 gesetzter Verteidiger schon in der Lage sein, Akzente setzen, die dem geneigten Zuschauer während eines Spiels auffallen. Aber vielleicht war ich auch immer gerade dann abgelenkt, wenn er eine tolle Aktion hatte.

Aber:

Es ist gut, so schnell Ersatz für Wishart gefunden zu haben. So bleiben über 14 Tage, um den Jungen ins Team und das Mair’sche System zu integrieren.

Es handelt sich nicht um eine Wundertüte aus Übersee, sondern um einen gestandenen DEL-Defender, der Land und Liga kennt.

Ein Vereinswechsel tut einem unzufriedenen Spieler in den allermeisten Fällen gut. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er mit der festen Absicht, hier eine ruhige Kugel zu schieben, nach Schwenningen kommt. Es sind alles Profisportler. Und Profisportler sind normalerweise krampfhaft ehrgeizig und wollen gewinnen.

Da Nürnberg ihn unbedingt loshaben wollte, waren sie sicher bereit, den Wild Wings entgegen zu kommen und beteiligen sich sicher nicht unerheblich an dessen Gehalt. Wer weiß, vielleicht kommt die Wild Wings Caldwell letztendlich sogar günstiger, als das für Wishart eingeplante Salär. Eventuell gibt es also ein kleines finanzielles Polster, um im November/Dezember/Januar nochmal nachzulegen.

Also geben wir dem Jungen eine Chance. Er wird sie nutzen, dessen bin ich mir sicher.
Ansonsten gibt’s Prügel von Don Dietrich und Billy Flynns Tochter.


„Ich hatte Gänsehaut“

Dan Hacker ist Publikumsliebling in Schwenningen. Seit 2009 stürmt der US-Amerikaner für die Wild Wings und verkörpert dabei all jene Tugenden, die das Schwarzwälder Eishockeypublikum schätzt. Ehrlichkeit, harte Arbeit, bedingungsloser Einsatz.

Für unsere Rubrik „Farinho fragt“ nahm  sich Dan Hacker spontan Zeit und beantwortete unsere Fragen:

Hallo Dan, willkommen zurück in Schwenningen!
Es war ein langer Sommer. Das letzte Spiel war am 07. März. Wie hast du die letzten Monate verbracht?

Ich habe viel Zeit mit Familie und Freunden verbracht. Daneben habe ich mich auf das Sommertraining konzentriert. Dann war ich im Juli noch in Calgary auf der Hochzeit eines Freundes, der auch in Schwenningen nicht ganz unbekannt ist: Brock Hooton.

 

Du spielst seit 2009 für die Wild Wings – ganz offensichtlich gefällt es dir hier. Was ist das Besondere an Schwenningen?

Ja, ich habe hier sehr gut eingelebt und eigentlich schon Wurzeln geschlagen (lacht). Ich fühle mich hier etabliert und komplett integriert. Ich habe hier viele Freunde gefunden und es ist jedes Mal wieder schön, hierher zurückzukommen und all die vertrauten Gesichter zu sehen.

 




 

Du bist ein Spieler, der von seiner Dynamik und seiner Geschwindigkeit lebt. Wie schätzt du die Regeländerungen (kleinere neutrale Zone, Hybrid-Icing) ein? Wird das deinem Spiel helfen?

Das wird sich zeigen. Bisher kann ich das nicht beurteilen. Ich denke aber das es dem Spiel attraktiver und schneller machen wird – und ich hoffe, dass ich damit zurecht komme (lacht)

 

Wie sehen deine Ziele für die kommende Saison aus?

Ich will dazu beitragen, dass wir diese Saison die Pre-Playoffs erreichen. Wir müssen dazu konstanter werden und in jedem einzelnen Spiel als Einheit auftreten. Außerdem wird es langsam Zeit, ein bisschen mehr Deutsch zu lernen.

 

Du erinnerst dich sicher an das erste DEL Spiel letzten September in Mannheim. Die Halle war ausverkauft und 13.000 Zuschauer tobten. Mal ganz ehrlich: Hattest du weiche Knie?

Die äußeren Umstände machten dieses Spiel wirklich zu etwas ganz Besonderem. Der alte Schwenninger Traum, endlich wieder DEL zu spielen ging plötzlich in Erfüllung. Und dann gleich im ersten Spiel vor ausverkauftem Haus gegen den alten Rivalen. Besser könnte das auch kein Filmregisseur inszenieren. Die Musik dröhnte aus den Boxen als wir aufs Eis kamen. Und dann sah ich hinauf zum Oberrang. Es fühlte sich an, als ob dort oben praktisch ganz Schwenningen war. Und jeder Einzelne feuerte uns frenetisch an. Da bekam ich wirklich Gänsehaut.
Genau diese Momente sind das, was Sport so besonders macht.

 

Die kommende Saison wird deine siebte Spielzeit in Schwenningen. Welche Klischees über Deutschland haben sich in dieser Zeit für dich bewahrheitet?

Ich glaube, an allen Essens-Klischees über Deutschland ist ein Körnchen Wahrheit (lacht). Viele Deutsche lieben Sauerkraut, Bratwurst und Bier. Und die Pünktlichkeit natürlich! Ich erinnere mich an ein Spiel, bei dem wir dreieinhalb Stunden vor Spielbeginn in der Kabine sein mussten. Danke Axel (Kammerer, Anm. des Verf.)

 

Was vermisst du in Europa verglichen mit Nordamerika?

Meinen Truck!

 

Du wurdest in Kalifornien geboren, bist aber in Alaska aufgewachsen. Das klingt nach einer interessanten Kombination. Wie kam es dazu? Wie können wir uns eine Kindheit in Alaska vorstellen?

Die Wirtschaft in Alaska boomte damals in den Achtzigern und es gab eine Menge Jobs. Mein Großvater war in Anchorage stationiert und kehrte jeden Herbst zur Elch- und Bärenjagd dorthin zurück. Durch seine Kontakte und die daraus entstandenen Möglichkeiten zogen meine Eltern ebenfalls nach Alaska als ich acht Monate alt war.
Für uns Kinder war es dort einfach großartig. Wir lebten praktisch mitten in der Natur. Es war ein riesiger Abenteuerspielplatz. Wir waren Wandern in den Bergen, Jagen, Fischen und spielten natürlich jeden Tag Eishockey.

 

Wer oder was bringt dich zum Lachen?

Ich mag trockenen, sarkastischen Humor, so wie z.B in der Fernsehserie „The Office“. Überhaupt mag ich alles von Steve Caroll und Jason Bateman.

 

Zum Schluss einige Schnellschüsse:

Dein Lieblings…

… Buch?
Die Trilogie von Stieg Larsson; Verblendung, Verdammnis, Vergebung

… Band?
Ich bin eher ein Anhänger von einzelnen Songs als von Bands. Momentan mag ich z.B. „Buttons“ von The Weeks.

… Urlaubsziel?
Im Sommer war ich in Nashville, Tennesee. Es war einfach großartig.

… Sportler?
Justin Williams. Er ist jetzt nicht der Allerbekannteste, aber ein extrem wichtiger und mannschaftsdienlicher Spieler

 

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Paukenschlag

Wow, das war ein echter Paukenschlag, wenige Stunden vor dem ersten Vorbereitungsspiel: Ty Wishart, Verteidigerhüne der Schwenninger Wild Wings und letzte Saison mehr als einmal Fels in der Brandung, löst keine 14 Tage nach Trainingsbeginn seinen Vertrag mit sofortiger Wirkung auf und kehrt nach Nordamerika zurück. Über das Wie und Warum, über die Gründe für seinen so plötzlichen Abgang will ich hier erst gar nicht spekulieren. Das sollen andere machen. Beide Seiten haben Stillschweigen vereinbart und das sollte respektiert werden. Es wird schon Gründe geben.

Wenden wir uns daher lieber der Zukunft und den Auswirkungen dieses so unerwarteten Ereignisses zu. Fakt ist: Wisharts Abgang reisst eine gewaltige Lücke in den so mühevoll gezimmerten Kader der Wild Wings. Als Nummer-eins oder Nummer-zwei Verteidiger gesetzt, war Ty integraler Bestandteil aller taktischen Planspiele, ob in der Defensive oder dem Angriffsspiel. Seine physische Präsenz, seine Übersicht und seine manchmal schon an Arroganz grenzende Coolness in hektischen Situationen sind jetzt erstmal weg und durch keinen der anderen Verteidiger zu ersetzen.

Es muss also gleichwertiger Ersatz gefunden werden, besser gestern als heute. Leider wachsen Defender dieser Güteklasse nicht einfach auf Bäumen, sondern sind erstens rar gesät und zweitens deshalb auch bei allen anderen Teams heiss begehrt.

Natürlich war Wishart nicht der Verteidigermessias schlechthin. Ich habe schon öfters geschrieben, dass ich bei ihm immer das Gefühl hatte, dass er immer nur genausoviel tut wie unbedingt notwendig und dass er eigentlich noch viel mehr „können müsste“. Aber es muss erstmal einer dieses Kalibers gefunden werden.

Was also tun? Nun, das Anforderungsprofil dürfte recht klar sein: ein nordamerikanischer Verteidiger, der über physische Präsenz verfügt muss es auf jeden Fall sein. Des weiteren sind gute schlittschuhläuferische Fähigkeiten gefragt. Man denke nur an die seit dieser Saison deutlich größeren Angriffs-/Verteidigungsdrittel. Verantwortung sollte er übernehmen können und sowohl hinten wie auch nach vorne spielerische Akzente setzen können.  Natürlich muss er charakterlich ins Team passen und darf das Budget nicht sprengen. Verstehtsichjavonselbst. Klingt also nicht direkt nach einer trivialen Aufgabe für Manager Alex Jäger.

Doch – und das ist das einzig Gute an der Sache – die Saison ist noch jung. Hätte Wishart noch vier oder sechs Wochen gewartet und hätte dann seinen Rückzug bekanntgegeben, so wäre der Spielermarkt praktisch leergefegt gewesen. So aber haben in Nordamerika die Trainingscamps für die NHL gerade erst begonnen. Es dürfte also in den nächsten Wochen den ein oder anderen durchs Raster gefallenen Spieler geben, der einen Wechsel nach Europa in Betracht ziehen könnte, anstatt sich die knüppelharte 80-Spiele Saison der Farmteams anzutun.

Denn – um das nochmal ganz klar zu sagen: die Wild Wings brauchen einen Spieler dieses Kalibers, ein solider, mannschaftsdienlicher Mitläufer ist aus meiner Sicht keine Option. Es muss schon ein Kracher oder zumindest ein Kracherle sein.

Natürlich ist es ein Vabanque-Spiel. Natürlich kann das auch nach hinten losgehen. Vielleicht muss man bis kurz vor Toreschluss warten, um den Richtigen zu finden. Man wird Verhandlungsgeschick und starke Nerven brauchen. Ich wünsche den Verantwortlichen ein glückliches Händchen!

 

 

 

 

 

 


„Wayne Rooney ist mein Lieblingssportler“

Auf Jonathan Matsumoto ruhen viele Hoffungen für die kommende Saison. Der AHL-Torjäger  (325 Punkte in 486 Spielen) ist zum ersten Mal überhaupt in Europa. Trotz des anstrengenden Vorbereitungsprogramms nahm es sich Zeit für unsere Fragen:

 

Jonathan, willkommen in Schwenningen. Wir freuen uns, dass du hier bist.
Wie hast du den Sommer verbracht?

Ich war die meiste Zeit in Boston, Massachusetts. Wir wohnen dort in der Nähe meiner Schwiegereltern. Um die Ecke gibt es ein großartiges Fitnessstudio wo ich oft trainiert habe. Übrigens mit vielen anderen Eishockeyspielern zusammen, die sich dort ebenfalls fit halten – z.B Jimmy Hayes von den Florida Panthers oder Charlie Coyle aus Minnesota. Außerdem habe ich versucht, möglichst viel auf dem Eis zu trainieren.

 

Du spielst nun zum ersten Mal in deiner Karriere in Europa. Wie sind deine ersten Eindrücke?

Zum Glück haben wir einige kanadische Landsleute in der Mannschaft. Das hilft mir enorm. Um ehrlich zu sein, hatte ich schon ein bisschen Bammel vor der neuen Sprache. Ich dachte, ich würde mich kaum verständigen können. Aber auch die deutschen Spieler sprechen perfektes Englisch, sodass wir auch ausserhalb der Eisfläche eine Menge Spass haben.

 

Welche Ziele hast du dir für die kommende Saison gesetzt?

Zuerst einmal will ich so schnell wie möglich wieder aufs Eis, hart arbeiten und vor allem spielen, um meinen Rhythmus wieder zu finden. Im letzten Jahr war ich durch Verletzungen etwas gehandicaped und konnte nicht so viel spielen. Aber vor allem will ich dem Team helfen, in die Playoffs zu kommen. Wir haben einen Haufen cooler Jungs in der Kabine und einen ehrgeizigen Trainerstab der uns mit Respekt behandelt und auf unsere Bedürfnisse und Wünsche eingeht.

 

Welche Klischees über Deutschland haben sich für dich in den ersten Wochen bewahrheitet?

Hm, ein echtes Klischee fällt mir jetzt gar nicht ein, aber die Autobahn war schon eine spezielle Erfahrung für mich. Abgesehen davon hatte ich wie gesagt etwas Bammel vor der Sprache und den alltäglichen Dingen wie zum Beispiel einkaufen. Aber bisher war das überhaupt keine Problem.

 

Hast du schon jemals zuvor von Schwenningen gehört?

Nein, bevor Alex Jäger mich angerufen hat, hatte ich niemals von dieser Stadt gehört. Ich war auch eher fokussiert auf Nordamerika – da könnte ich dir wahrscheinlich alle Teams auswendig runterrattern. Aber in Europa kannte ich nur einige wenige Mannschaften.

Was hat dich letztendlich bewogen, nach Schwenningen zu kommen?

Es hat einfach gepasst. Ich hatte mit Alex Jäger, Stefan Mair und Dave Chambers viele gute Gespräche während des Sommers. Sie alle wollen dort etwas bewegen und ein gutes Team zusammenstellen.

 

Wie wirken sich die Regeländerungen (deutlich größere Angriffs- / Verteidigungszone, Hybrid-Icing) auf das Spiel allgemein und im speziellen auf dein Spiel aus?

Um ehrlich zu sein: ich bin mir noch nicht sicher, wie die kleinere neutrale Zone das Spiel verändern wird. Ich bin aber sehr gespannt darauf, zu sehen wie die Spieler damit umgehen werden. Aber nach den wenigen bisherigen Trainingseinheiten ist es noch zu früh, etwas Konkreteres zu sagen.
Beim Hybrid-Icing bin ich entspannter. Das ist nicht so dramatisch, wir haben schon letzte Saison nach dieser Regel gespielt und es hat das Spiel kaum beeinflusst.

 

In Deutschland ist Fussball die unangefochtene Nummer-Eins-Sportart. Hast du die WM in Brasilien verfolgt?

Ja, das habe ich tatsächlich. Ich bin ein großer Fan von Manchester United und Wayne Rooney ist mein Lieblingsspieler. Dementsprechend habe ich auch England die Daumen gedrückt – zumindest bis diese sich aus dem Turnier verabschiedeten… dann bin ich auf den Deutschlandzug aufgesprungen und habe mich gefreut, als sie den Pokal in den Händen hielten.

 

Wieso ausgerechnet Wayne Rooney?

Ich habe mich schon immer köstlich über seine Posen und Grimassen amüsiert. Auf dem Feld und im echten Leben. Es ist zwar in letzter Zeit etwas ruhiger geworden, aber ich sehe ihn einfach gerne spielen.

 

Du hast in Texas zusammen mit deiner Frau ein Hilfsprojekt ins Leben gerufen, dass sich um Straßenhunde kümmert. Wie kam es dazu?

Unser Programm für Straßenhunde wurde in San Antonio gegründet, wo ich letzte Saison spielte. Es gab einfach eine riesige Notwendigkeit, etwas zu tun. Wenn ich zum Training fuhr, waren da jeden Tag mindestens 5,6 Hunde, die herrenlos auf den Strassen streunten. Es ist wirklich ein großes Problem. Meine Frau und ich begannen dann, den örtlichen Tierheimen zu helfen, denn diese waren einfach überlastet mit all den Tieren, die dort abgegeben wurden. In einem einzigen Tierheim wurden in einem Monat fast 150 Hunde abgegeben! Wir mussten einfach helfen und etwas tun.

(Mehr Informationen zu Jon Matsumotos Hilfsprojekt finden sich auf seiner Facebookseite)

 

Das Thema liegt dir sehr am Herzen. Hast du vor, dich auch in Schwenningen ähnlich zu engagieren?

Ja klar, meine Frau und ich würden gerne auch hier etwas auf die Beine stellen. Aber erst einmal müssen wir uns noch ein bisschen besser einleben. Meine Frau kommt ja erst in 14 Tagen nach Schwenningen.

 

Zum Schluss einige Schnellschüsse:

Dein/e Lieblings…

…Buch – Alles von Tom Clancy

… Band – Hm, schwer sich für eine zu entscheiden; Ich mag z.B. Rise Against, Luke Bryan, Brantley Gilbert, Eminem und Afrojack

…Urlaubsziel – Wilmington, North Carolina.

…Sportler – Wayne Rooney

 

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Playlist KW 33

And One – Für

Die Krupps – Der Amboss

Apoptygma Berzek – Love never dies

Boldface Industries – A conversation

Faith and the Muse – Elyria

Dive – Killing Time

Les Berrtas – Der Knochenschäler

Mono Inc – Revenge

#goodoldtimes


Wolle Termin?

Lustige Geschichte: ich versuche seit Tagen einen Termin beim Hautarzt zu bekommen. Telefon entweder besetzt oder geht keiner ran. Clever wie ich bin die Homepage der Praxis ergoogelt. Dort den Link „Terminanfrage“ gefunden. Ich war schon happy. Aber dann das: „PDF Formular zur Fax Terminanfrage. Bitte nutzen Sie diese Vorlage um einen Termin per Fax oder postalisch anzufragen“.

Jetzt hab ich Nackenschmerzen vom Kopfschütteln. Muss mal einen Termin beim Orthopäden machen. Und ein Faxgerät kaufen.

Termin

 


Typo3 iFrame im Rich Text Editor

Um iFrames im RTE zu erlauben, bedarf es folgender Konfiguration:

PageTS:

RTE.default.proc.allowTags := addToList(iframe)
RTE.default.proc.entryHTMLparser_db.allowTags := addToList(iframe)
RTE.default.proc.allowTagsOutside := addToList(iframe)

Template Konstanten:

styles.content.links.allowTags = b,i,u,a,img,br,div,center,pre,font,hr,sub,sup,p,strong,em,li,ul,ol,blockquote,strike,del,ins,span,h1,h2,h3,h4,h5,h6,address,iframe

(eine Zeile)


WM 2014 Spielplan

Bald beginnt die WM. Um immer alle Anstoßzeiten parat zu haben, braucht es natürlich den richtigen Spielplan. Davon gibt es im Netz Dutzende.

PDF-Spielpläne zum Herunterladen und Ausdrucken gibts z.B. hier:

www.ran.de/wm-2014-spielplan

www.welt.de

oder direkt beim DBF www.dfb.de

 

Wer einen digitalen Kalender für PC und/oder Smartphone nutzt, der muss natürlich nicht alle Spiele mühsam von Hand abtippen und einpflegen; fleißige Leute haben das bereits gemacht 😉

WM-Spielplan als iCal für Google Kalender, iPhone, Outlook:

http://www.fussball-spielplan.de/wm-spielplan-fur-apple-kalender-ical/

http://www.wann-is-was.de/fussball-spielplaene-ical-outlook-iphone/

Google Kalender Nutzer können die WM Termine einfach und bequem in ihren Kalender eintragen. Dazu ist Folgendes zu tun:

1. Öffne den Google Kalender
2. Bei „Weitere Kalender“ das kleine Menü öffnen
3. „Über URL hinzufügen“ wählen
4. Diese URL importieren: webcal://www1.skysports.com/calendars/football/fixtures/competitions/worldcup
oder auch diese:
https://www.google.com/calendar/ical/spielplan.fussball.wm%40gmail.com/public/basic.ics

5. Importieren Kalender über das kleine Kästchen davor aktivieren.

 

Wer einen freigegebenen Google Kalender auf auf seinem iPhone anzeigen will, der muss einfach folgendes tun:

  1. Auf dem iPhone Safari öffnen
  2. Folgende URL eingeben: https://www.google.com/calendar/iphoneselect
  3. Die gewünschten Kalender ankreuzen
  4. Speichern
  5. Sich freuen

Wild Wings 2014/15 / Teil 3 – der Sturm

Kommen wir heute also zur Abteilung Attacke. Hier gab es zwar quantitativ die meisten Veränderungen, aber entgegen jahrtausendealter Traditionen wurden diesmal nicht 90% des stürmenden Personals ausgetauscht. Moderaten 6 Abgängen stehen bisher 5 Neuzugänge gegenüber.

Von diesen 6 Abgängen sind 4 Kontingentspieler. Tyler Beechey und Nick Johnson hatten beide eigentlich keine schlechte Saison, konnten aber auch zu selten Highlights setzen, um eine Verlängerung zu rechtfertigen. Im Gegensatz zu Nick Petersen, der gerade in der ersten Saisonhälfte mit seinen Moves dem ein oder anderen gegnerischen Verteidiger einen Knoten in die Beine spielte. Während man Beechey und Johnson also ziehen ließ, lehnte Petersen das Angebot der Wild Wings ab. Er fühlt sich zu Höherem berufen. Dies sei ihm gegönnt, denn wie ich schon an anderer Stelle geschrieben habe, kann der Weg für einen wie ihn unmöglich im Schwarzwald enden. Außerdem soll man Reisende nicht aufhalten.

Ebenso legt man Seitens der Wild Wings keinen Wert mehr auf die Dienste von Rodman, Lee und Sulkovsky. Bei Marcel Rodman komm ich immer wieder ins Grübeln. Einerseits war das, was er letzte Saison gebracht hat, für einen Kontingentspieler einfach zu wenig, andererseits bin ich nach wie vor überzeugt, dass er mit den richtigen Nebenleuten auch in der DEL das Können aufblitzen lassen könnte, dass im Zweitligafinale 2013 ganz Eishockey-Schwenningen in Angst und Schrecken versetzt hat. Aber mit Schlager und Sulkovsky in einer Reihe kam sich der Gute sicher vor wie Placido Domingo im Kurorchester von Sankt-Peter-Ording. Nichts gegen Fipsy Schlager, aber diese Kombination hat in meinen Augen nie gepasst.

Apropos Schlager. Vor der Saison wäre ich keine Wette eingegangen, ob sich der quirlige Bayer mit der markanten Matte in der DEL durchsetzt. Aber weit gefehlt. Mit seinem unbändigen Einsatz und seiner Schnelligkeit avancierte er zum Publikumsliebling und pisakte so manchen Verteidiger mehr als diesem lieb war. Wie ein lästiger Moskito war er einfach nicht abzuschütteln und war ein ständiger Aktivposten, der mit seinem Engagement des öfteren eine Hallo-Wach-Ansage an seine Teamkollegen sandte. Dass er im Eifer des Gefechts ab und an den Puck oder einen Mitspieler übersah – sei’s drum. Schön, dass er uns erhalten bleibt. Ebenso wie Dan Hacker. Über ihn muss man nicht viele Worte verlieren. Er spielte in der DEL einfach so weiter wie in Liga zwei, so als ob es überhaupt keinen Unterschied gäbe. Dass ausgerechnet er das erste DEL Tor nach der Rückkehr erzielen durfte – in Mannheim – in Unterzahl – hat ihn in Schwenningen quasi unsterblich gemacht. Mit was? Mit Recht!

Wer blieb noch vom letzten Jahr? Morten Green, Ryan Ramsay und Sean O’Connor sind allesamt gestandene DEL-Akteure, die eigentlich allen Teams gut stünden. Gerade O’Connor passt von seiner Art und seiner Spielweise einfach nach Schwenningen. Von ihm erwarte ich aber eine Steigerung gegenüber letzter Saison, wo er mir doch ein bisschen zu oft abtauchte. Green und Ramsay sollen einfach weitermachen wie letzte Saison und die wichtigen Tore erzielen.

Was lässt ich über die Neuen sagen? Ashton Rome hat bei seinem letzten Auftritt in Schwenningen gezeigt, dass er das Tor trifft, Jon Matsumoto wird mit vielen Vorschusslorbeeren bedacht. Zurecht. Wer in über 400 AHL-Spielen 300 Scorerpunkte sammelt, kann so Schlecht nicht sein.

Jedoch steht hinter beiden das Fragezeichen der Fitness. Rome war letzte Saison lange verletzt, Matsumoto hat seit Januar nicht mehr gespielt. Außerdem bleibt bei ihm zu hoffen, dass er den Kulturschock  Texas – Schwarzwald bei seiner ersten Station außerhalb Nordamerikas besser verkraftet als der letzte  Texaner  vor ihm.

Ebenso bleibt zu hoffen, dass Simon Danner in Schwenningen besser zurecht kommt als der letztjährige gebürtige Freiburger, der über Niedersachsen in den Schwarzwald kommt. Zuzutrauen ist es ihm allemal.

Insgesamt macht der Angriff also einen recht soliden Eindruck und dürfte zumindest einen Tick stärker einzuschätzen sein, als das letztjährige Offensivensemble. Zumal ja nominell bisher kein Ersatz für Nick Petersen verpflichtet wurde. Gehen wir also einfach mal davon aus, dass hier noch ein überdurchschnittlicher Kontingentspieler aus dem Hut gezaubert wird. Ob das für einen Sprung  nach oben reicht? Schwere Frage, da auch die Konkurrenz kräftig aufstockt. Wenn nicht, so ergeben sich durch die Neuzugänge immerhin einige interessante Gesangsvariationen („Here’s coming Rome, here’s coming Rome, Football’s coming Rome…“ oder „Matsu – Matsumoto, schalalala lalalalalalalala – Matsu – Matsumoto, schalalala lalalalalalalala“)

 

Mehr zum Thema

Teil 1 – Torhüter

Teil 2 – Verteidigung

Teil 4 – Umfeld, Fans und Management folgt

Teil 5 – Fazit folgt

 

 

 


Wild Wings 2014/15 / Teil 2 – die Abwehr

Geht man rein nach den Zahlen, so  tut sich hier sicherlich die größte Baustelle auf; 190 Gegentore in der letzten Saison, 3,7 im Schnitt pro Spiel, das ist schon ne ganz ordentliche Hausnummer. Zum Vergleich: Düsseldorf kassierte als Tabellenletzter 186, Straubing 153 und Iserlohn 149 Gegentore. Schon klar – für das Toreverhindern sind nicht nur die Verteidiger zuständig, aber will man einen Schritt Richtung Platz 10 machen, so gibt es hier unbestritten ein größeres Optimierungspotenzial bzw. man kommt gar nicht umhin das ein oder andere Scheunentor fest zu verschließen.


Wild Wings 2014/15 / Teil 1 – die Goalies

In letzter Zeit hat der schwarze Schwan praktisch die digitale Meinungsführerschaft im Bezug auf die Wild Wings übernommen. Das kann natürlich nicht angehen. Rund um den Bodensee werden eh schon genug eher mittelmäßige Artikel verfasst. Ich schreibe diese Zeilen also nicht nur aus reiner Selbstgefälligkeit und um euch zu zeigen wie toll ich bin, sondern auch um die im Grundgesetz verankerte Pluralität der Medien zu gewährleisten.


Re:publica 2014

Nach der re:publica bin ich immer ganz aufgeladen mit neuen Ideen. Es schwirrt und brummt in meinem Kopf wie in einem Bienenstock. Und ich nehm mir vor, ganz viel darüber zu schreiben.

Das dauert dann aber immer einige Tage Wochen Zeit, bis sich die Gedanken etwas sortiert haben. Von dem Arsch voll Stapel Arbeit mal ganz abgesehen, der sich in diesen drei Tagen auf meinem Schreibtisch aufgetürmt hat. Außerdem muß man ja im Nachgang all die verpassten Sessions bei Youtube nachholen – was natürlich zu neuen Ideen und Gedanken führt, was das Ganze natürlich weiter verzögert 😉

Zwei Themen haben sich durch viele Vorträge und Diskussionen gezogen: Gibt es Wege der allumfassenden Überwachung zu entkommen bzw. existieren Möglichkeiten, sich dagegen zur Wehr zu setzen und – wieso ist des den allermeisten Usern (von der weniger netzaffinen Mehrheit der Bevölkerung ganz zu schweigen) so herzlich egal?

Sascha Lobo sagte sinngemäß, dass jeder Vogelschutzverein besser organisiert und mit mehr finanziellen Mitteln ausgestattet ist, als alle Internet-Interessensgruppen (die „Hobbylobby“) zusammen. Auch wenn der Vergleich ein bisschen hinkt hat der dezent frisierte Dampfplauderer natürlich nicht unrecht. Nehmen wir zum Beispiel D64, das „Zentrum für digitalen Fortschritt „. D64 ist einer dieser Vereine, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Netzpolitik und digitale Themen stärker in den Fokus zu rücken. D64 hat rund 300 Mitglieder. Bundesweit. Wie viele Mitglieder und Unterstützer hat ein BUND, ein NABU? Von Greenpeace ganz zu schweigen.

Es ist offensichtlich das die Veränderungen, das der disruptive Charakter der Digitalisierung -im Gegensatz zum Umweltschutz- bisher nicht im Bewußtsein der Allgemeinheit angekommen ist – oder das es ihr (der Allgemeinheit) schlichtweg egal ist. Wieso ist die „Szene“ nicht stärker organisiert und vernetzt? Das sollte doch eigentlich selbstverständlich sein. Immerhin habt ihr, liebe Netzgemeinde #rp14-Besucher doch alle zumindest im weitesten Sinn mit Kommunikation zu tun? Was hindert euch daran, euch stärker einzubringen und euch in einer Interessensgruppe eurer Wahl zu engagieren?

Woher kommt diese Gleichgültigkeit? Vielleicht liegt es daran, dass wir alle bisher keine Konsequenzen spüren? Überwachung hin, Überwachung her, im Alltag macht das keinen Unterschied. Umweltschutz hat die Menschen ja schließlich auch erst dann interessiert, als der Baum vor ihrer Haustür abgestorben ist.

Muß ich extra erwähnen, dass das ein gefährlicher Holzweg ist? Es ist doch eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis der erste publikumswirksame Fall bekannt wird, bei dem eine Person aufgrund ihres Datenprofils verfolgt, verhaftet oder bestraft wird. Ob schuldig oder nicht spielt dabei keine Rolle.

Für mich ist der einzige Unterschied zwischen NSA und Stasi/Gestapo nur der, dass die NSA bisher auf die Verbreitung von Furcht und Terror verzichtet hat. Es gibt keine Internierungslager für subersive Blogger oder querdenkene Facebook-Nutzer. Zumindest weiß ich nichts davon. Aber mal ehrlich: das wäre nur ein kleiner Schritt. Dann, wenn die Menschen reale Gefahren für ihr alltägliches Leben spüren, erst dann werden sie sich wünschen, früher etwas getan zu haben. Dieses früher ist jetzt.

 


Spam des Tages /2

Für die Achtung der: Executive Officer,

Ihr Firmenprofil Operationen und meine Aufmerksamkeit, im Einklang mit meinem aktuellen Diversifizierung und Expansion in die Schaffung von strategischen Partnerschaft würde ich gerne wissen, ob es verfügbar Partnerschaft Optionen und Öffnungen für neue Investoren innerhalb Ihrer Firma.

Wir sind eine Gruppe von Investoren, die in unternehmerischen Teams mit großen Ideen und einem Kapitalbedarf investieren, um ihre Ideen in großen Unternehmen zu machen.

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