(K)ein Derby

Es begann am 13.09.2013 gegen die Adler und es endet am 07.03.2014 gegen die Adler. Die erste DEL-Saison der Wild Wings nach der Rückkehr ins Oberhaus wird morgen Geschichte sein. Nur noch ein Spiel steht an, bevor die endlos lange Sommerpause beginnt. Aber was für ein Spiel! Seit Wochen fiebert die Anhängerschaft der Wild Wings diesem Spiel entgegen, die Arena wird pickepackevoll sein, und die Fans beider Team erwarten ein spektakuläres, vor Emotionen überbordendes Derby. Gründe genug also, in die Rolle des Teufels Advokat zu schlüpfen:

Derby?

Zu einem Derby gehören naturgemäß zwei Dinge: geographische Nähe und sportliche Rivalität. Die Spiele der letzten Jahre gegen Bietigheim, Ravensburg und natürlich früher gegen Freiburg waren nach dieser Definition echte Derbies. Keine Frage.

Aber Mannheim? Beide Aspekte eines Derbies kann man diesbezüglich eigentlich nur mit einem so la la beantworten. VS und Mannheim liegen immerhin 230 km auseinander. Augsburg ist mit knapp 260 km kaum weiter entfernt. Aber hier spricht komischerweise niemand von einem Derby. Ebenso sind es von Mannheim nach Köln auch nur 240 km. Spricht da jemand von einem Derby? Ich habe jedenfalls noch nie davon gehört.
Auch waren die früheren Aufeinandertreffen beider Klubs, bevor Schwenningen in der Zweitklassigkeit versank, zwar emotionsgeladen, aber weit entfernt von der künstlichen Aufgeregtheit, ja Hysterie, die manch ein Zeitgenosse momentan an den Tag legt.

Und wie sieht es mit der sportlichen Rivalität aus? Die Adler sind sechsfacher deutscher Meister, die Wild Wings sind nach 10 Jahren Abstinenz wieder zurück in der Deutschen Eishockey Liga und dabei sich zu aklimatisieren. Finanziell und infrastrukturell trennen die beiden Vereine (bzw GmbHs) Welten. Auch dieser Aspekt greift also nicht so richtig.

Gibt es wenigstens ein packendes Spiel heute?

Auch wenn wir uns das alle wünschen – und aus Schwenninger Sicht natürlich den ersten Sieg im vierten Spiel gegen die Adler – objektiv gesehen, gibt es dafür wenig Gründe. Mannheim ist aktuell sechster der Tabelle und könnte mit einem Sieg bis auf Platz vier vorstoßen. Außerdem gilt es für die beginnenden Playoffs in Topform zu kommen. Sperren oder Verletzungen sind da wenig hilfreich.

Und die Wild Wings? Die Saison ist vorbei, die Koffer gepackt, das Rückflugticket in der Tasche. Die Spieler sind auch nur Menschen und wem wäre es zu verübeln, wenn er mit den Gedanken schon beim Fischen oder Golfen wäre? Außerdem sind die Spieler Profis. Sie spielen für Geld und Titel. Wieso sollten sie im unbedeutenden letzten Saisonspiel 120 oder 150% Leistung bringen?

Ich bin mir sicher, ihr seht das komplett anders. Also laßt den Shitstorm beginnen 🙂

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